Blütenkelche, wie bei heimlicher Tanzbewegung mit der Kameralinse beobachtet, die Eleganz eines ins Spiel versunkenen Elfs, laszive Linien, federleichtes Drehen, Formvollendung, wie sie nur die Natur zuwege bringt: Alis Fotografien lassen den Blumen ihren Charakter. Sie stellen sich nicht zwischen BetrachterIn und Blick-Objekt, sondern tasten sich - mit angehaltenem Atem - an deren versunkenste Momente heran: Augenblicke im Morgentau, beim Winken im Wind, beim Aufwachen. Intim sind diese Blicke und voller Achtsamkeit für das wundersame Formereignis Blüte.
Escholzia - Californischer (Gold-) Mohn
Escholzia - Californischer (Gold-) Mohn

Erwischt am frühen morgen, ...
noch taubenetzt und ebenso verschlafen - offensichtlich wird die Blume nicht ohne Grund auch Schlafmützchen genannt.
Vielleicht aber auch wegen ihrer Knospenumhüllung, die sich, als lange Zipfelmütze gebärdend, erst kurz vor dem Aufblühen langsam nach oben "abkrempelt" und zu Boden fällt. Die so enthüllte Blüte wird von nun an einige Tage lang sich jeden Morgen aus dem Schlaf rollen und abends sich wieder hineinrollen, bis die Blütenblätter irgendwann verschlissen sind und die Fruchtreife an der Tagesordnung steht.
Als leuchtendes Blümchen des Fühjahrs und frühen Sommers in unserem Vorgarten und besonderer Liebling meiner Frau stand ich selbstverständlich in der Pflicht, für ein reichhaltiges Repertoire an Fotos dieses Pflänzleins Sorge zu tragen.
Botanisches
Auf "botanisch" heißt der californische Mohn Escholzia californica und man zählt ihn zu den Mohngewächsen, den Papaveraceae. Natürlich vorkommend findet man ihn zwischen Mexiko und Kanada, hierzulande ist er jedoch eine beliebte einjährige Zier- und Bauerngartenpflanze und im Samenhandel erhältlich.
Bild/Foto von: Ali Trieschmann
Aster - Herbstaster

Einem Insekt im Anflug ...
... stellt sich die Herbstaster möglicherweise so wie in diesem Bild dar - natürlich nicht in farblicher Hinsicht. Bienen, beispielsweise, haben ein gegenüber dem Menschen ins Violette verschobenes Farbspektrum. Das führt dazu, dass sie unsere, menschliche Signalfarbe Rot gar nicht wahrnehmen können; sie erscheint ihnen unscheinbar, vielleicht grau!? Die bienische Signalfarbe ist Gelb!
Dieser Tatbestand führt(e) dazu, dass die Evolution viele Blütenblätter mit Zeichnungen, Signalen und Markierungen in ultravioletten Farbnuancen versehen hat, diese Blüten also Muster tragen, die unsereins nicht in der Lage ist zu erkennen. Diese Markierungen dienen den Insekten übrigens tatsächlich als "Hinweisschilder" ins nahrungsspendende Blüteninnere.
Botanisches
Botanisch betrachtet gehört die Aster zu den Korbblütlern, den Asteraceae. Die herbstlich-blühende Gartenvariante gibt es in unzähligen Sorten in der Staudengärtnerei.
Bild/Foto von: Ali Trieschmann
Papaver somniferum - Schlafmohn
Papaver somniferum - Schlafmohn

Gar nicht verschlafen ...
... trotz der frühen Morgenstund' gibt sich der Schlafmohn, wiegend in der leichte Böe dieses lang erwarteten Morgens des Erblühens.
Die meisten Mohnarten sind sehr eigen, wenn es darum geht, als gepflückter Strauß und Vaseninhalt ein Interieur zu zieren - beleidigt lassen sie ihre knittrig-leichte Blütenpracht zu Boden fallen, strecken kahle Kapseln dem Zuschauer entgegen. Sie lassen sich nur in Natura in ganzer Pracht bewundern - oder auf's Foto gebannt, wenn man sie in einem gewogenen Augenblick darum bittet.
Botanisches
Papaver somniferum nennt die Wissenschaft den Mohn und zählt ihn - raten Sie! - zu den Mohngewächsen, den Papaveraceae. Er ist einjährig, wohl die allerälteste Kulturpflanze und verboten, anzubauen - damit nicht jeder Opium herstellen kann ...
Bild/Foto von: Ali Trieschmann
Crocus

An einem frisch-sonnigen Frühjahrsmorgen entdeckt, ...
streckt er sich - wohl zum Trocknen - der Sonne entgegen. Als einer der ersten Frühjahrsboten lässt der Crocus sich auch von Frost und Schnee nicht schrecken; wenn ihm nach Frühlingserwachen ist, drängt es ihn an die Oberfläche.
Und an diesem Exemplar, das mich in der frühen Morgensonne angrinste, konnte ich einfach nicht vorbeigehen; zurück, die Kamera geholt und, die Knie ins tau-feuchte Gras gestützt, und eine kleine Serie geschossen.
Botanisches
Botanisch zählt der Crocus vernus zu den Schwertliliengewächsen, den Iridaceae. Er ist mehrjährig, überwintert unterirdisch als Knolle. Und auch vom Crocus sind ungezählte Sorten gezüchtet worden und im Gartenhandel erhältlich.
Bild/Foto von: Ali Trieschmann
Cosmos - Kosmee

... oder auch Schmuckkörbchen ...
... wird diese beliebte und bewährte Bauerngartenpflanze genannt. Dieses Exemplar hier neigt sich im Wind und will sich nicht ins Gesicht schauen lassen - obwohl die Kosmeen eigentlich nicht sehr scheu sind, sondern dankbar und dauerhaft das Auge mit Blütenpracht erfreuen.
Botanisches
Die Kosmee wird zu den Korbblütlern (Asteraceae) gezählt, ist einjährig und in verschiedenen Sorten in den Farben von Weiß über Rosa bis Rot oder Pink zu haben. Man kann sich selber Samen ziehen, allerdings lässt die Blütengröße und -Pracht nach zwei, drei Generationen langsam nach.
Bild/Foto von: Ali Trieschmann